MUSIK LIEGT IN DER LUFT

 

Im Rahmen eines gemütlichen Wander- und Austauschtreffens im Pielachtal möchte CI-Nutzer Heinz Kirchschlager sein selbstgebautes Alphorn in Form einer Schnecke präsentieren.

Heinz Kirchschlager verlor 2017 nach mehreren Hörstürzen sein Gehör im rechten Ohr. Als erfahrener Hörgeräteträger hoffte er zunächst, es weiterhin nur mit akustischer Verstärkung zu schaffen, musste aber nach einiger Zeit erkennen, dass ihm dabei zu viel Lebensqualität verloren ging. Der gelernte Maschinenschlosser, der jahrzehntelang in lauter Umgebung gearbeitet hatte, fühlte sich, wie so viele hochgradig schwerhörige Menschen, allein, seine sozialen Kontakte waren durch seinen Hörverlust auf ein Minimum geschrumpft.

Den begeisterten Hobbymusikant traf auch der Verlust der Musik schwer. Sein kleines Ensemble, bei dem er mit der Steirischen Harmonika spielte, musste Heinz schweren Herzens aufgeben.

Sein Freund Manfred, selbst erfahrener CI-Träger, ermutigte Heinz zum Cochlea-Implantat, das er 2018 in St. Pölten bekam. Das wiedergewonnene Leben in geselligen Runden konnte beginnen. Unterhaltungen, Gespräche, Verstehen in normalen Alltagssituationen, all das, was Selbstständigkeit ausmacht, gelang Heinz bald wieder gut. Nur mit der Musik wollte es zunächst nicht so recht klappen. „Zwei Wochen nach meiner Erstanpassung nahm ich meine Harmonika in die Hand und begann zu spielen. Doch zu meiner Enttäuschung klang sie so schrecklich, dass ich sie gleich wieder in die Ecke stellte. Ich befürchtete, dass sie dort ihr Dasein fristen würde.“

Nachdem der erste Schreck überwunden war, nahm Heinz sein Instrument doch wieder in den Arm und übte fleißig und regelmäßig. Bald war ihm ihr Klang wieder vertrauter. Eine gute Anpassung sowie die Arbeit mit der Musiktherapeutin von St. Pölten und der wertvolle Austausch in der Selbsthilfegruppe trugen wesentlich dazu bei. Nach einer stationären Reha in Bad Grönenbach, auf der die Harmonika natürlich nicht fehlen durfte, fand Heinz endgültig wieder zur Musik zurück.

Sein Interesse an Neuem brachte den Niederösterreicher auf originelle Ideen. Er nahm an einem Alphorn-Workshop teil und war begeistert: „Unser Workshop-Leiter ist nicht nur einer der besten seines Fachs, er motivierte uns alle mit seinem Enthusiasmus und lockte das Maximum aus uns heraus. Dabei ist das Alphorn für CI-Nutzer ein schwieriges Instrument. Neben dem Alphornblasen verbrachten wir viele schöne Stunden mit Gesang.“ Und nicht nur das. Der handwerklich talentierte Heinz versuchte sich in der Folge als Instrumentenbauer. Sein diesjähriges Hauptprojekt: ein Alphorn in Form einer Cochlea, gefertigt aus Holz und in F gestimmt.

Dieses beeindruckende Instrument möchte Heinz in besonderem Rahmen zum ersten Mal präsentieren. Dazu plant er mit seinen Mitorganisatoren ein Treffen mit Freunden vom Verein CIA-NÖ und HÖRENSWERT- NÖ inklusive Wanderung bzw. Spaziergang, Einkehr, Erfahrungsaustausch, Almbesuch und gemütlichem Beisammensein. Für musikalische Umrahmung sorgen Heinz und sein neues Cochlea-Alphorn sowie weitere Musikanten. Aufgrund der COVID-Bestimmungen, die selbstverständlich eingehalten werden, soll ein möglichst großer Teil des Programms im Freien stattfinden.

Details zum Treffen:

Beginn: 26.6.2021, 9 Uhr

Ende: 27.6.2021

Treffpunkt: Schwarzenbach an der Pielach (NÖ), Haslaustube (www.haslaustube.at)

Übernachtungsmöglichkeit in der näheren Umgebung,

Anmeldung bitte bei Heinz Kirchschlager: 0664 3926154, Brigitte Adelwöhrer oder Helga Higer

 

 

 

"MNS-Masken & Hörbehinderung" - offener ÖSB-Brief

Die MNS-Masken rund um die Bekämpfung des "Covid-19-Virus" sind leider auch eine massive Kommunikationsbarriere für Hörbehinderte. Der ÖSB Österreichische Schwerhörigenbund wendet sich daher in einem offenen Brief an Gesundheits- & Sozialminister Rudolf Anschober mit einem dringen Appell. 

An das
Bundesministerium für Soziales, Gesundheit, Pflege & Konsumentenschutz
zH BM Rudolf ANSCHOBER persönlich
Stubenring 1

1010 Wien

Wien, Klagenfurt, am 13. Juli 2020
 

Betrifft: Massive Probleme mit MNS-Maskenpflicht und Hörbehinderung

Sehr geehrter Herr Bundesminister Anschober!
Der ÖSB als Interessensvertreter von 1,75 Millionen hörbeeinträchtigter Menschen in Österreich tritt mit einer großen Bitte an Sie in Ihrer Verantwortung als Gesundheits- & Sozialminister heran:

Die auf Grund der Covid-19 Krise auch in Österreich eingeführte MNS-Maskenpflicht im öffentlichen Bereich mag einerseits als Schutzmaßnahme gegen Covid-19 gedacht sein, ist aber für Hörbehinderte eine nicht überwindbare Barriere bei der direkten Kommunikation!

Hörbehinderte brauchen um zu verstehen auch Mund- und Gesichtsbild von Gesprächspartner/innen um durch Lippenabsehen und Mimik Gesprächsinhalte verstehen und interpretieren zu können. Auch mit den besten Hörsystemen der Welt ist eine Kommunikation im öffentlichen Bereich für die Masse Schwerhöriger derzeit ein de facto Ausschluss aus der interpersonalen Kommunikation. Wie Rückmeldungen Betroffener an uns in den letzten Monaten klar aufzeigen, haben hörende Gesprächspartner/innen zb in Geschäften, Apotheken, Ämtern etc. wenig bis gar kein Verständnis, wenn Schwerhörige ersuchen, die Maske für die Dauer des Gesprächs bei Wahrung des Sicherheitsabstandes kurz abzunehmen oder zumindest ein Plexiglasvisier zu verwenden.

Besonders erschreckend ist, dass in der Ärzteschaft ebenso „NULL“ Verständnis für die Bedürfnisse Schwerhöriger zu bestehen scheint: Sogar unserer ÖSB-Präsidentin Mag.a Slamanig wurde sowohl in einer Wiener Privatklinik bei einem Arztgespräch, wo es um medizinischen Anfragen ging, als auch vor zwei Monaten in einer HNO-Klinik, wo es um das Thema Hören und Hörimplantate (!) ging, die Abnahme der Maske beim Erklärungsgespräch von den jeweiligen Ärzt/innen VERWEIGERT!

Wir könnten Ihnen noch zahllose solcher Negativbeispiele aufzählen, was hörbehinderte Menschen auf Grund dieser Maskenverpflichtung seit Beginn der Covid-19 Krise ertragen müssen!

Das alles ist nichts anderes als DISKRIMINIERUNG und wir fordern Sie, sehr geehrter Herr Bundesminister dringendst auf, in Ihren künftigen Verordnungen ganz klar nach außen zu kommunizieren, dass bei hörbehinderten Menschen Kommunikation nur ohne Maske bei Gesprächspartner/innen möglich ist. Bei Einhaltung von Mindestabstand und Nutzung von Plexiglaswänden bzw. Plexiglasvisier ist auch die Ansteckungsgefahr für die jeweiligen hörenden Gesprächspartner/ innen minimiert. Leider ist ein pragmatischer Umgang mit der Situation durch die permanente Verunsicherung durch die Presse in der Bevölkerung offenbar nicht mehr möglich.  Damit muss Schluss sein!

In Ihrer Verantwortung als Bundesminister für Gesundheit und Soziales erwarten wir nicht nur, nein wir fordern für 1,75 Millionen Österreicher/innen eine sofortige auch mediale Klarstellung Ihres Ressorts bezüglich Umgang mit MNS-Masken bei Hörbehinderung! Anbei ein Auszug aus dem bayrischen Amtsblatt, wo unter §1, Punkt (2) Abs.3 vom Gesetzgeber klar formuliert ist, dass es Ausnahmeregeln für Hörbehinderte geben muss!

Wir senden dieses Schreiben mit demselben Anliegen parallel auch an die österreichische Ärzte-  und Apothekerkammer sowie die österreichische Gesundheitskasse, die wir ebenso auffordern, die Sachlage MNS-Masken und Hörbehinderung in deren Reihen unter den Mitarbeiter/innen klar zu kommunizieren!

In Erwartung Ihrer geschätzten Antwort, die wir gerne in der kommenden Ausgabe unserer österreichweit erscheinenden Schwerhörigenzeitschrift „Sprach-R-ohr“ veröffentlichen würden, verbleiben wir, der ÖSB-Vorstand,

mit besten Grüßen,

Mag.a Brigitte Slamanig (ÖSB-Präsidentin, CI-Trägerin, K)

Angelika Nebl (ÖSB-Viezepräsidentin, HG-Trägerin, OÖ)

Mag. Harald Tamegger (ÖSB-Generalsekretär, hörend, W)

Brigitte Adelwöhrer (ÖSB-Finanzreferentin, CI-Trägerin, NÖ)

Berufliche Individualförderungsregeln Schriftdolmetschleistung

Das Sozialministeriumservice informiert über die aktuellen Möglichkeiten der beruflichen Individualförderung bei Schriftdolmetscheinsätzen.
Förderbar sind ausschließlich trans.SCRIPT-Austria zertifizierte Schriftdolmetscher/innen des ÖSB laut Teamliste. Alle Informationen rund um das Schriftolmetschen finden Sie auf der transSCRIPT-Homepage.

Regelungen Schriftdolmetsch-Leistungen
Regelungen -Schriftdolmetsch-Leistungen.
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AKUSTISCHE BARRIEREFREIHEIT: Aktuelles ÖSB-Statement

Anbei finden Sie als Downloaddokument das offizielle Statement des ÖSB zum Thema "AKUSTISCHE BARRIEREFREIHEIT".


Dieses Statement enthält mit Hinweise zur Zielgruppe, den verschiedenen Höranlagentypen, normgerechten Einbau von induktiven Höranlagen, Piktogramminformation, Zusammenhang Induktionstechnologie und Hörsysteme, gesetzliche Rahmenbedingungen etc.
Das Statement soll Betroffenen aber auch Interessierten an der Umsetzung von akustischer Barrierefreiheit einen Überblick geben, was man unbedingt wissen und beachten sollte.

ÖSB Statement akustBF adapt.19.Okt 2016.
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Piktogramm für Schwerhörigkeit

Piktogramm für normgerecht fix installierte indukTive Höranlagen

Piktogramm für alle anderen Arten von mobilen Höranlagen

HörensWERT ist ordentliches Mitglied im Österreichischen Schwerhörigenbund Dachverband

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